Der italienische Crossover zeigt sich sportlich
Nach dem 500 fährt Fiat mit dem 500X Sport schwere Geschütze auf. Größer, selbstbewusster und dynamischer als je zuvor etabliert sich die italienische Marke jetzt auf dem Markt der sportlichen Crossover.
Seit den 1930er Jahren verkörpert der Fiat 500 die Dolce Vita Italiens. Mit kompaktem Design, leichtem Gewicht und südländischem Flair ist der Fiat 500 durch Generationen gegangen und heute ein unverzichtbares Modell auf dem internationalen Automobilmarkt. Das in Turin ansässige Unternehmen konzentriert sich insbesondere auf die Sonderserien mit seinen zahlreichen Varianten des italienischen Kleinwagens. Seit 2014 wittert es jedoch Wachstumspotenzial und konstruiert eine neue Topversion seines emblematischen Modells. Die rundlichen und großzügigen Formen des 500X bleiben erhalten, jedoch in sportlicher Ausführung und einer jugendlicheren, selbstbewussteren Optik.
Was sich ändert
Um den 500X Sport von den anderen Versionen zu unterscheiden, wurden an einigen Stellen gewisse Akzente gesetzt: Seitenschweller und Radkästen in Karosseriefarbe, Doppelauspuffrohre mit angenehmem Klang, 19-Zoll-Leichtmetallräder und die Farbe „Rosso Seduzione“, die ausschließlich für die sportliche Ausführung verfügbar ist. Eine kleine Enttäuschung ist jedoch der Motor: Ausgestattet mit einem 1,3-Liter FireFly Turbo-Benzinmotor ist die Leistung von 150 PS nicht besser als bei der Cross-Version, und die Beschleunigungsreaktionszeit lässt zu wünschen übrig. Zudem ist anzumerken, dass der Wagen im Automatikmodus verloren wirkt und nicht immer den gewünschten Gang einlegt, während das Fahren im manuellen Modus viel fließender und angenehmer ist.
Im Fahrzeuginneren ist der vordere Bereich relativ geräumig und bietet auf Knopfdruck alle Funktionen, wie Navigationssystem, Klimaanlage und verstellbare Mittelarmlehne, aber dem Armaturenbrett fehlt eine gewisse Persönlichkeit. Letzteres hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem seines kleinen Bruders, dem Fiat 500. Große, runde Knöpfe und kreisförmige Kopfstützen.
Das ist sicherlich das Markenzeichen des 500, aber in einer Sportversion hätten wir einen aggressiveren Look erwartet. Glücklicherweise wird das durch den italienischen Charme ausgeglichen. Der Schalthebel ist aus Aluminium, das Lenkrad hat die richtige Größe und ist für ein sportliches Fahrgefühl unten abgeflacht, während das Design durch Alcantara veredelt ist. Auch der digitale Tachometer beweist Klasse und erinnert mit den großen Zahlen in Weiß und Grau an die Ästhetik des Ferrari.
Sehr angenehm ist das Schiebedach, das die Sonnenstrahlen an Ihre Haut lässt, um Ihren Vitamin-D-Spiegel während der Fahrt wieder aufzufüllen. Aus technischen Gründen ist das Panoramadach durch eine Stange in zwei Abschnitte geteilt, was den Fahrgästen auf dem Rücksitz den Eindruck vermittelt, dass jederzeit etwas auf sie drauffallen könnte. Das ist etwas störend und unpraktisch, wenn man abends den Sternenhimmel betrachten möchte.
Der hintere Innenraumbereich ist bequem und bietet einen ausreichenden Abstand zu den Vordersitzen. Der 500X möchte sich vom typischen Image des 500 – des perfekten kleinen Stadtautos für die Dame – lösen und richtet sich eher an ein junges, familiäres und dynamisches Publikum. Übrigens wurde die Presse auf einem Fußballfeld empfangen, um das neue Modell der Marke zu testen und die Dynamik, Kontrolle und Präzision als besondere Eigenschaften hervorzuheben, die sowohl im Fußball als auch beim Fahren des kompakten SUV von Fiat zu finden sind. Wer einen Crossover für ein junges Publikum konzipiert, muss auch an Familien mit kleinen Kindern denken. Dafür reicht jedoch das Volumen des Kofferraums nicht aus. Da er weder besonders hoch noch außerordentlich tief ist, sind die Kapazitäten eher eingeschränkt. Das ist schade bei einem Fahrzeug, das Lust auf Urlaub macht.